das Weben

 Die älteste digitale Maschine der Welt: Der Handwebstuhl

Der älteste Textilfund stammt aus Anatolien und ist etwa 9.000 Jahre alt. In der griechischen Antike war das Weben bereits sehr weit entwickelt. Komplexe Gewebe und Muster konnten hergestellt werden. Die Hebung beziehungsweise die Senkung des Kettfadens entscheidet über das gewobene Muster. Ganz so einfach ist es nicht: Ist die Gesamtfadenzahl des Gewebes eine Primzahl, so lässt sich auf diesem Handwebstuhl keine Musterwiederholungen weben.

Der Begriff Weben ist die Bezeichnung für das rechtwinklige Verkreuzen von Kett- und Schussfäden. Werden beim Gratwechsel die Bindungspunkte um einen Schuss verschoben, so dass die Grate nicht spitz zusammenlaufen, entsteht das Muster Fischgratköper. Daher wusste eine gute Weberin wie die Mathematik als Werkzeug einzusetzen war. Der antike Webstuhl war in der Lage diese Informationen als Loch in der Karte (Lochkarte) zu speichern und das eben macht ihn zur ersten digitalen Maschine.

Mit diesem Wissen konnte man 6000 v. Chr. Einzigartige, hervorragende textile Flächen herstellen. Noch heute werden beim Schaftweben Kettfäden vom Kettbaum über Streichwalze, Schäfte, Riet, Brustbaum zum Warenbaum geführt. Die Litzenaugen eines Schaftes nehmen immer bestimmte Kettfäden auf. Durch Heben und Senken der Kettfäden entsteht das Webfach, in das der Schussfaden eingetragen wird. Der arithmetische Zusammenhang der sich kreuzenden, aus hochwertiger gekämmter Baumwolle hergestellten Kett- und Schussfäden, ermöglichen das Weben von sehr feinen, glatten und gleichmäßigen Stoffen. Web:Stoff weißt hautfreundliche Eigenschaften auf. Er wirkt Wärme isolierend, nimmt Feuchtigkeit auf ohne sich feucht anzufühlen, kann die Nässe bis zu 65% des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufsaugen und diese ohne zu tropfen speichern. Der Web:Stoff hat luftdurchlässige und atmungsaktive Eigenschaften. Das feine Baumwollgewebe sorgt für ein ideales Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement. Wegen den langen Fasern ist die Baumwolle sehr widerstandsfähig und dadurch besonders strapazierfähig. Je länger eine Faser ist, desto feiner und gleichzeitig reißfester ist sie und je feiner eine Faser ist, desto kuscheliger ist sie.